Samstag, 30. Juli 2011

Der Pakt mit dem Panda

Ich habe bereits in meinem letzten Artikel über die Machenschaften des WWF berichtet, es geht weiter !!



Der Packt mit dem Panda



Der WWF gilt als größte Umweltschutzorganisation der Welt. Fast grenzenlos ist das Vertrauen in seine grünen Projekte. Mit aufrüttelnden Kampagnen zielt der WWF direkt auf´s gute Gewissen der Spender – alle sollen sich beteiligen wenn aussterbende Arten geschützt und das Klima oder der Regenwald gerettet werden.


Die größte Umweltschutzorganisation der Welt


Vor 50 Jahren wurde der WWF gegründet – am 11. September 1961. Heute ist der WWF die einflussreichste Lobbyorganisation für die Umwelt – weltweit. Dank bester Kontakte zur Politik und zur Industrie. Eine ständige Gratwanderung zwischen Engagement und Käuflichkeit. Ein ganzes Jahr arbeitete der Dokumentarfilmer Wilfried Huismann an einem Film, der das grüne Bild des WWF entzaubern wird. Hinter der Öko-Fassade entdeckte der Autor während seiner Dreharbeiten weltweit Geschichten voller Sprengkraft.

Die andere Seite

Die Dokumentation von ARD "WWF - Der Packt mit dem Panda" will die Geheimnisse des WWF ergründen. Sie wird zur einer Reise ins Herz des grünen Empire und sie erschüttert den Glauben an den Panda.








Achtung: Dieser Film macht aggressiv !


Dienstag, 19. Juli 2011

Lachsfieber: Wie der WWF das Sterben der Meere unterstützt

Es gibt Tage, da bleibt einem das Essen im Mund stecken. Der 10. März 2010 war ein solcher. Wer die TV-Dokumentation "Lachsfieber" in der ARD gesehen hat, weiß, wie schlimm es wirklich um die Zukunft der Meere bestellt ist - und wie sogar Organisationen wie der WWF fragwürdige Praktiken unterstützt.

 

 

Nun sollte man ja meinen, dass Zuchtlachs weitaus ökologischer ist, als gefangener Wildlachs - doch weit gefehlt. Wenn man sich die Kernaussagen des Films ansieht, wird das eigene Weltbild zurecht gerückt: Für 1 kg Zuchtlachs müssen 5 kg Frischfisch aus dem Meer gefangen werden. Diese werden dann zu Fischfutter (!!) verarbeitet und an die Lachse, die in Käfigen in bis zu 40 Meter Tiefe im Meer gehalten werden, verfüttert.

Da außerdem bei einer solchen Massentierhaltung (es geht um mehrere 100 Millionen Lachse, die derart gehalten werden, vorwiegend in Ländern wie Chile, wo es keine allzu strengen Umweltauflagen gibt) die Tiere permanent von Krankenheiten bedroht sind, werden weiters Tonnen an Antibiotika ins Meer gepumpt, um Seuchen zu vermeiden - was aber nicht immer gelingt. Auf diese Weise wurden ganze Küstenlinien in Chile verseucht und mit Lachsviren kontaminiert. Fischer verloren ihre Arbeit, Muschelfarmer stehen aufgrund von Seuchen vor den Ruinen ihrer Existenz und das ohnehin arme Land Chile verarmt noch mehr.

WWF kooperiert gegen Bezahlung
Und das besonders erschreckende an der ganzen Situation: im Jahr 2008 ging der für dieses ganze ökologische Desaster verantwortliche Konzern Marine Harvest (der weltweit größte "Hersteller" von Zuchtlachs) eine Kooperation mit dem WWF ein. Seit damals prangt das "Gütesiegel" mit dem Panda-Bären auf den Produkten von Marine Harvest. Dafür bekommt der WWF (nach offiziellen Eigenangaben!) 100.000 Euro pro Jahr an Spenden von Marine Harvest.

Dass die Artenschützer des WWF dabei die Vergiftung der Meere (passiv) unterstützen, scheint die Verantwortlichen des WWF US und des WWF Norway nicht weiter zu stören. Jeder Leser dieser Zeilen bzw. Zuseher der erwähnten Dokumentation "Lachsfieber" mag sich sein eigenes Bild über diese Situation schaffen.

Da kann der WWF noch so schön in seinen Unterlagen auf die "Bedrohliche Situation" des Zuchtlachses aus Chile hinweisen. Da kann der WWF noch so schön folgendes formulieren: "In Chile müssen die Gesetze stärker durchgesetzt werden. In manchen Bereichen fehlen allerdings auch Regelungen zur Fischdichte und für die Zucht in Naturschutzgebieten. Über die ökologischen Auswirkungen der Zucht in Chile sind nur wenige Daten öffentlich verfügbar. Schätzungen über den Einsatz von Antibiotika und chemischen Mitteln zeigen, dass die Werte im Vergleich zu anderen Erzeugerländern hoch sind.

Die ökologischen Auswirkungen SIND dokumentiert, sie sind verheerend und sie sind bedenklich. Solange hier nicht sehr sehr schnell ein Umdenken einsetzt und der WWF weiter Gelder von der Industrie annimmt, die auf der anderen Seite verteufelt wird, ergibt sich ein Teufelskreis, der unser Meer langsam aber sicher kollabieren lässt!

Die Verantwortlichen vom WWF meinen weiters dazu: "Bei der Lachszucht gibt es Probleme mit Krankheiten und mit Überdüngung der Küstengewässer. Futterstoffe und Kot sinken zum Seeboden bzw. zum Meeresgrund und beeinträchtigen dort die Lebewesen unter den Käfigen. Durch den dichten Besatz sind die Fische sehr anfällig für Krankheiten und Parasiten. Krankheitserreger können zwischen Zuchtlachsen und wilden Arten übertragen werden. Zur Bekämpfung von Parasiten und Krankheiten werden Chemikalien und Antibiotika in großen Mengen eingesetzt, die das Wasser und den Meeresboden verunreinigen. Lachse gehören in Chile nicht zu den einheimischen Arten. Da der Lachs ein Raubfisch ist, können entkommene Zuchttiere verheerende Folgen für das Ökosystem haben."

Na ist das nicht schön, wenn es diese Probleme gibt, aber keine Aktionen dagegen gesetzt werden? Wie wär's, wenn man was dagegen unternimmt, statt auf der einen Seite Geld genau dieser angeprangerten Industrie zu nehmen und dafür andererseits nur einen kleinen Absatz im WWF-Fischführer zu schreiben?



Die Doku 

Worum geht es in der Dokumentation denn nun genau? Im Prinzip um einen der reichsten Menschen der Welt, den man in seiner norwegischen Heimat nur den "Großen Wolf" nennt: John Fredriksen, Chef von Marine Harvest. Als Reeder gehört ihm nicht nur das weltgrößte Tankerimperium "Frontline", mit seiner "Marine Harvest" ist er der größte Player im Geschäft mit industriell produziertem Fisch. Seine Firma produziert pro Jahr über 100 Millionen Zuchtlachse in Chile und Norwegen - für die ganze Welt. Ein Geschäft mit schwindelerregenden Wachstumsraten.

Die bereits erwähnten WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann hefteten sich über ein Jahr lang an die Fersen des Großinvestors. Ihre brisanten Recherchen über den weltweit operierenden Nahrungsmittelgiganten wurden zum packenden Öko-Thriller "Lachsfieber".

Ökologischer Alptraum

Chile ist ein Paradies für Investoren. Alles, was in Europa durch Umweltgesetze verboten ist, können Unternehmer wie Fredriksen am anderen Ende der Welt tun: In Chile liegen die Lachsfarmen dicht beieinander, in den 40 Meter tiefen Käfigen tummeln sich doppelt so viele Lachse wie in Europa. Um Seuchen zu verhindern, werden Hunderte Tonnen Antibiotika ins Futter gemischt. Chemikalien und Farbstoffe an den Käfigen und im Wasser führen dazu, dass die Lachse nach 18 Monaten Mast ein chemisch und biologisch belastetes Produkt sind. Wenn die Fjorde vom Abfall der Industrie verseucht sind, hinterlassen Konzerne wie "Marine Harvest" einen ökologischen Friedhof und ziehen weiter gen Süden - in die noch intakte Welt Patagoniens.

Gegensätzliche Partner

Um das Image der Massentierhaltung im Meer zu verbessern, geht Fredriksen im April 2008 eine Partnerschaft mit der größten Umweltorganisation der Welt ein, dem WWF. Für eine Spende von 100.000 Euro pro Jahr darf "Marine Harvest"“ mit dem Panda-Bärchen des WWF für seine industriell erzeugten Mastlachse werben. Chilenische Fischer werfen dem WWF vor, er habe sich an John Fredriksen verkauft. Verbindliche Verbesserungen sind in diesem Abkommen nicht festgelegt. Am Lachs-Desaster in Chile hat sich nichts geändert. Wird John Fredriksen einfach so weiter machen? Endlich gelingt es den Autoren, den menschenscheuen Großinvestor in der Einsamkeit der norwegischen Berge zu stellen - beim Lachsangeln…

Das Ergebnis der Doku: Marine Harvest, die anfangs noch mit dem Fernsehteam kooperiert haben, entziehen jegliche Drehgenehmigung, die chilenischen Fischer und Ortseinwohner der betroffenen Regionen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz und die Verantwortlichen des WWF meinen nur lakonisch, man dürfe das ganze nicht so kurzfristig sehen, sondern müsse einige Jahre zuwarten, dann werde sich schon was ändern.







Die Machenschaften des WWF - vielleicht überlegt man sich, wofür man nächstes mal eine Spende abgibt !

Profit um jeden Preis - Die BP Story

Bereits ein Jahr nach der Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon", bei der 640 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko liefen, erklärte sich BP als Sieger: Das meiste Öl sei verschwunden. Die Gefahr sei gebannt. Doch sieht die Realität bedeutend anders aus. 
 

Zwei Jahrzehnte spürte der Journalist Greg Palast dem Ölkonzern BP nach und fand bei seinen Nachforschungen heraus, dass die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko nicht die einzige ist, für die BP die Verantwortung trägt. Weltweit ist BP an Umweltvergehen beteiligt.

In der Arktis Alaskas ließ BP über 750 000 Liter Öl auslaufen. Der Grund dafür ist, dass BP den Zustand der Pipelines seit acht Jahren nicht mehr überprüft hatte. Das lag nach den Worten eines klagenden Anwalts daran, dass „BPs Programm zur Kosteneinsparung schreckliche Folgen hatte“. Laut einem Programmierer von Testausrüstungen für Ölfirmen können sich die Kosten auf bis zu 1 Million Dollar pro Meile Rohr belaufen. Durch BPs Versäumnis, die Rohre zu überprüfen, hat die Firma vielleicht Millionensummen eingespart, gleichzeitig jedoch die Zerstörung der letzten unberührten Wildnis verursacht.

Schon vor Jahren leitete Greg Palast eine Untersuchung über die Exxon-Valdez-Katastrophe von 1989. Er enthüllte, dass trotz des Namens "Exxon" auf dem Tanker eine Firma namens "Alyeska" für das Eindämmen der Ölpest verantwortlich war, deren Mehrheitsaktionär BP ist. Die Firma reagierte jedoch so langsam, dass das Öl über 2000 km der Küste Alaskas zerstörte. Auch 22 Jahre nach der Ölpest ist das Öl noch an den Stränden zu finden.

UPDATE: Video ist wieder online. Es wurde kurzfristig von Youtube entfernt - fühlte sich jemand etwa durch den Bericht auf die Füße getreten?





In Aserbaidschan entdeckt Palast, dass es 17 Monate vor der Explosion der BP-Ölbohrplattform im Golf von Mexiko eine verdächtig ähnliche Explosion auf einer BP-Plattform im Kaspischen Meer gab. BP hat diese Explosion nie bestätigt, gab jedoch zu, dass es zur Freisetzung von Gasen kam. Die Firma hat ihren internen Bericht über diesen Vorfall, der womöglich zum bis dahin umfangreichsten Austritt von Öl aus einer Offshore-Ölbohrplattform führte, nie veröffentlicht. Und als größter ausländischer Investor des Landes und mithilfe von Bestechungsgeldern hat BP im Polizeistaat Aserbaidschan nichts zu befürchten.


 


Über die Macher der Dokumentation


Greg Palast

Greg Palast gilt als einer der wichtigsten investigativen Journalisten unserer Zeit. Sein Buch "The Best Democracy Money Can Buy" war über ein Jahr lang auf der New York Times Bestsellerliste. In Großbritannien berichtet er regelmäßig für die BBC. Bei seinen Recherchen im Jahr 2000 deckte er den Wahl-Betrug zur US-Präsidentschaftswahl in Florida auf. Tausenden Afro-Amerikanern wurde ihr Stimmrecht entzogen, um die Wahl George W. Bushs zu sichern. Für Profit um jeden Preis: Die BP-Story war Palast beinahe 20 Jahre lang auf den Spuren von British Petroleum unterwegs.

James Brabazon

James Brabazon ist ein preisgekrönter Kriegsjournalist, Dokumentarfilmer und Autor. Er schreibt regelmäßig für britische Zeitungen wie den Observer, den Guardian und Independent. Brabazon war der erste und einzige Journalist, der die Rebellengruppe LURD in Liberia filmte, die dafür kämpfte, Präsident Charles Taylor zu stürzen. Für diese Dokumentation erhielt er zwei Emmy-Nominierungen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Heilen verboten

Hokuspokus oder letzte Hilfe in der Not? Kurpfuscherei oder Wunderheilung? "Heilen verboten" beschäftigt sich mit den Methoden der Handaufleger und Geistheiler, die die Grenzen der Schulmedizin überschreiten.


Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher suchen Hilfe bei Handauflegern und Geistheilern. "Die Ärzte konnten mir nicht helfen. Eine Heilerin hat mich kuriert", sagt der Hotelfachmann Karl Sailer. In der "Am Schauplatz"-Reportage "Heilen verboten" geht Doris Plank der Frage nach, ob und wie diese heiß umstrittenen Methoden funktionieren - und warum das Gesetz sie eigentlich verbietet.