Am Vormittag sind die meisten Kinder in der Schule und am Nachmittag schlagen sie mit Spielen ihre Zeit tot. Die einen lassen Schiffe aus Palmblättern in der Flut schwimmen, die anderen tollen im Dorf herum oder spielen Ballspiele. Die älteren Jugendlichen spielen Fußball im Sand auf 2 notdürftigen Fußballplätzen mitten im Dorf. In dem Dorf wo ich lebte, hat jeder Dorfteil seine eigene Fußballmannschaft. Sie trainieren jeden Nachmittag in großer Hitze und unter der starken Sonne Afrikas.
Ein anderes Spiel jedoch faszinierte mich. Ich kenne den Namen nicht, jedoch wird es hauptsächlich von jungen Mädchen gespielt. Es fasziniert mich, weil es die Einfachheit Afrikas wiederspiegelt. Gespielt wird es mit einem Fetzenball, der etwas größer als ein Tennisball ist und einer Cola/Fanta Glasflasche. Niemals wird mit einer Spriteflasche gespielt. Wieso das so ist, erkläre ich gleich. Die Flaschen werden selten selbst gekauft und leergetrunken. Die Flaschen, welche von den wenigen Touristen weggeworfen werden reichen aus.
Ein Mädchen stellt die Flasche stabil in den Sand und muss versuchen die Flasche mit Sand zu füllen. Zwei andere Mädchen stehen sich gegenüber, mit der Flasche und dem dritten Mädchen in ihrer Mitte, und müssen das Mädchen, welches die Flasche füllt, mit dem Fetzenball abschießen. Schaffen sie es, kommt ein neues Mädchen um ihr Glück zu versuchen. Das Spiel wird sehr emotional ausgetragen und oft stundenlang gespielt. Rund um das Geschehen, stehen viele andere junge Mädchen und jubeln und schreien den spielenden Mädchen zu.
Wieso keine Sprite Flasche? Diese sind grün und man sieht nicht wie viel Sand bereits in der Flasche ist. Alle anderen Flaschen sind farblos. Ja in Afrika gibt es noch Glasflaschen. 0,33l Glasflaschen für Softdrinks.
Keine Konsolen, keine Fernseher. Fetzenbälle und leere Glasflaschen.
Kurzgeschichten aus Afrika 2
Samstag, 6. März 2010
Kurzgeschichten aus Afrika 1
Labels:
Afrika,
Kurzgeschichte
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Keine Konsolen, keine Fernseher
AntwortenLöschen...wie schön die Einfachheit doch sein kann...
Ja, wenn der Hunger und die Krankheiten nicht wären, dann sind die Afrikaner nach deiner Schilderung wirklich zu beneiden.
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